Stockholm-Syndrom
Samstag, 10. April 2010
Wundern Sie sich auch gelegentlich über das Stockholm-Syndrom? Ich versteh das jetzt. Das sitzt vermutlich in jedem, mehr oder weniger tief.
Unser DSL-Provider ließ uns gestern internet-technisch verdursten, die Sau. Dafür wurde mir auf meine Anrufe im Stundentakt entweder patzig bedeutet, mich hätte das alles nicht zu interessieren, schließlich arbeite man bereits dran oder wirklich unbedarfte Call-Center-Mädchen fragten mich nach meiner Kunden- und Telefonnummer und meinten, sie gäben das jetzt mit höchster Dringlichkeit an die Technik, die sich kurzfristig bei mir melden würde (Oder sie kamen mir in Girly-Manier mit "Menno, ick vasteh Sie doch." - nach 8 Stunden und vielen Wutanfällen).
Gemeldet hat sich niemand. 9 Stunden ohne Internet ist schon scharfer Tobak. Das Ganze ohne größere Reue des Dienstleisters-bisher.
Das Problem ist ja nicht, dass es einen technischen Defekt gibt, der viele Stunden unlösbar ist. Das Problem ist die Patzigkeit und der absolut miese Umgang mit Kunden, die auf die Dienstleistung, für die Geld bezahlt wird, schlicht angewiesen sind und informationslos im Regen stehen gelassen werden.
Wer jetzt sagt, wechsel doch, hat zwar Recht, aber es ist die Wahl zwischen Pest und Colera. Überwiegend erbringt der jetziger Provider seine technische Leistung um ein Vielfaches besser als die Telekom - nur wenn es mal nicht funktioniert (und mit der Hardware nach Vertragsabschluss hat es oft nicht funktioniert, bis ich mir einen eigenen Router auf eigene Kosten zulegte), ist man wirklich angeschissensteht man wirklich im Regen.
Sein Service-Design - da müsste er mal ran, der Provider.
Und von wegen Stockholm-Syndrom - als nach 9 Stunden das erlösende Pling des Mailempfangs hörbar wurde, tanzten die Endorphine Tango und eine unglaubliche Dankbarkeit bemächtigte sich meiner. Ich versteh das mit dem Stockholm-Syndrom.
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